Besondere Bedingungen und deren optimale Lösung

Nordic Fire
Manches Mal gibt es Ausnahmen, bzw. besondere Bedingungen. Z.B. wenn ein Einzelwelpe geboren wird oder der Wurf mit der Flasche großgezogen werden muss. Späte Abgabe des Welpen (wenn der Welpe durch Einfuhrbestimmungen länger beim Züchter verbleibt). Hier muss der Züchter zusätzliche Vorsorge treffen.

Ein Einzelwelpe kommt Gott sei Dank bei unserer Rasse relativ selten vor, trotzdem kann es geschehen und gerade in so einem Fall ist es extrem wichtig, dass er die Lektionen beim Züchter lernt, da ihm die Geschwister zum lernen fehlen. Oft haben Einzelwelpen geringe Frustrationstoleranz, fehlende Beißhemmung, Schwierigkeiten mit Artgenossen usw., da sich in der Regel alles um ihn dreht. Hier ist der Züchter gefragt. Um die Bedinungen wie bei einem normalen Wurf nachzustellen, sollte der Züchter in die Wurfkiste mehrere Wäremeflaschen und Stofftiere legen, über die der Welpe krabbeln und sich ankuscheln kann. Man sollte den kleinen Kerl immer wieder vor "Aufgaben" stellen, z.B. verdrängen von der Zitze mit der Hand, oder wegdrängen mit einem Kuscheltier, so dass er sich einen neuen Weg suchen muss usw. Eines der wichtigsten Aspekte ist gerade beim Einzelwelpen das Anfassen in jeder Situation, er muss lernen gewisse Situationen zu dulden, z.B. festhalten, auf den Rücken drehen uvm. Dies ist für ihn besonders wichtig, da der Gegenpart der Geschwister fehlt. Wir nutzen in so einem Fall, schon sehr früh, unsere anderen Hunde. Es werden geignete Hunde ausgewählt die täglich Kontakt zum Welpen haben und diesen auch fordern und fördern.

Die Flaschenaufzucht ist ein weiteres Thema. Handelt es sich ledilich um Zufütterung, ist nichts weiter zu beachten. Handelt es sich jedoch um eine Aufzucht ohne Mutter sind einige Grundregeln zu beachten, damit die Welpen später auch genauso sozialisiert sind, wie jeder andere Wurf. Hier ist von Anfang an auf die Größe des Saugers zu achten, den Welpen soll es nicht zu einfach gemacht werden, so dass sie in etwa dieselben Gegebenheiten wie bei der Mutter vorfinden. Es ist extrem wichtig dass der Züchter schon früh sämtliche Verhaltensmerkmale der Mutter übernimmt und das Frustrationstraining beginnt. Hilfreich sind auch hier der Kontakt zu erwachsenen, geeigneten Hunden, die einen Teil dieses Parts übernehmen.

Wie schon zuvor beschrieben, weiß man heute, das ideale Welpenbgabealter ist mit acht Wochen. Trotzdem lässt sich dies nicht immer zu hundert Prozent umsetzen. Sei es durch diverse Einfuhrbestimmungen, wenn der Hund ins Ausland geht, oder der neue Besitzer bekomt erst später Urlaub oder, oder, oder. Es gibt viele Situationen die das Abgabealter nach hinten verlegen können.

Hier ist es wichtig, dass der Züchter die Welpen beim Spiel genau beobachtet und unerwünschtes Verhalten (z.B. gemeinsames Verbellen eines Blattes usw.) sofort unterbindet. Außerdem muss er darauf achten, die Welpen mit möglichst vielen verschiedenen Rassen zusammen zu bringen, um späteren Problemen vorzubeugen. Um Welpen nach der achten Woche gerecht zu werden brauchen sie täglich mehrere Stunden Einzelbetreuung. Dies bedeutet einen weit höheren Zeitaufwand als bisher und sollte bei der Urlaubsplanung für den Wurf immer vorher mit eingerechnet werden. Es gibt nichts Schlimmeres, als die Welpen in dem Alter sich selbst zu überlassen und nicht die bisher gemachten Sozialisierungslernerfolge weiter auszubauen. Neben Sozialisation steht weiterhin der Bindungsaufbau zum Menschen auf dem Programm. Der Züchter muss versuchen dem Welpen dieselben Lebensbdinungen zu bieten, wie sie später im neuen Zuhause sein werden. Das bedeutet viele Einzelstunden für Bindungsaufbau, Erziehung und weitere Umweltgewöhnung für den Züchter und seine Helfer. Der Hund soll ein gelassener, zugänglicher, ruhiger Hund werden, der alle Menschen liebt. Je mehr der Welpe positive Bindung zu verschiedenen Menschen aufbaut, um so weniger belastet ihn später der Wechsel zu seinem neuen Besitzer. Außerdem hat es dieser Hund auch im späteren Leben leichter, wenn er wegen Urlaub, Krankheit usw. ein Mal von anderen Personen betreut werden soll. Trotzdem bauen dermaßen gut sozialisierte Hunde eine enge Bindung zu "ihrem" Menschen auf, auch hier liegt es wieder in der Hand des Züchters.

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