Calming Signals beim Siberian Husky

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Beschwichtigungssignale sind notwendig für ein friedliches Zusammenleben in einem Rudel und können somit als eine Art Lebensversicherung angesehen werden. Diese Signale sind genetisch festgelegt und werden vom Welpenalter an trainiert und später zielstrebig eingesetzt. 

Auf diese Art können Hunde schon im Vorfeld Streit und Konflikte verhindern. Leider haben unsere Haushunde häufig nicht genügend Möglichkeiten diese Rituale anzuwenden und damit einzuüben. Die Ursachen hierfür sind mannigfaltig, liegen aber in der Regel im oftmals unbewussten Fehlverhalten des Menschen. Entweder wurde der Hund schlecht sozialisiert, oder infolge von Unwissenheit seitens des Besitzers bestraft, oder aber der Hund hatte keinen Erfolg und löscht das entsprechende Verhalten aus seinem Repertoire. 

Wir Menschen bemerken nämlich leider zumeist überhaupt nicht, dass unser Hund versucht uns zu beschwichtigen. Dabei erleichtert das Verstehen der Hundesprache unser tägliches Miteinanderleben und kann auch in brenzligen Situationen hilfreich sein. Alle Hunde, ob rangniedrig oder ranghoch setzen Beschwichtigungssignale ein, die bei entsprechend guter Sozialisation des Gegenübers auch immer anerkannt werden, und das sollten sie ebenso durch den Menschen. Genauso können wir diese Signale benutzen, um mit dem Hund zu kommunizieren. Wertvoll ist der Einsatz von Beschwichtigungssignalen u.a. bei Hundebegegnungen. Der Mensch nimmt hier eine wichtige Vorbildfunktion ein, indem er durch entsprechende Signale sowohl seinem als auch dem anderen Hund vermittelt: "Ich möchte keinen Stress".

Was ist Calming Signals eigentlich?:
Beruhigungssignale wie wegschauen, schlecken, Nase lecken, sich abwenden, gähnen, sich hinsetzen/hinlegen, langsam gehen, schnüffeln, in Schlangenlinie gehen, pinkeln, Seite zeigen, Pfote heben, etc. (über 30 gibt es) unterbrechen Aggression, Stress, Angst, und unerfreuliche Dinge aller Art oder lassen diese gar nicht erst aufkommen und bauen Vertrauen auf, vermitteln ein Gefühl der Sicherheit und, vor allem:

Helfen Sie dem Hund von uns verstanden zu werden! 
Calming Signals könnte man als die Gebärdensprache des Hundes bezeichnen, denn auch Hunde kommunizieren miteinander bzw. mit uns Menschen. Sie versuchen es zumindest. Leider sind wir Menschen für diese Signale nicht sehr empfänglich und deuten das Verhalten unseres lieben Vierbeiners oftmals völlig falsch. 

Der Umgang mit anderen Menschen fällt uns leicht, und wir bezeichnen uns selbst als die intelligenteste Lebensform dieser Erde, warum also verstehen wir die Hunde nur so, wie wir sie gerne verstehen möchten? Trifft man auf der Strasse einen flüchtigen Bekannten, bleibt man kurz stehen, sagt "Hallo" und geht dann weiter, aber tatscht man ihn so richtig auf den Kopf, wie wir das bei den Hunden immer machen? Nein!

Wir benehmen uns Hunden gegenüber wie Wikinger. Die Höflichkeit's- und Beschwichtigungsgesten unseres Hundes beachten wir nicht - vielleicht, weil wir sie nicht kennen. Die Sprache der Hunde besteht aus einer Vielzahl von Signalen, die sie mit Hilfe ihres Körpers, des Gesichts, der Rute, der Ohren über Gesten und Töne aussenden. Hunde sagen uns stets, was los ist, bevor etwas passiert. Wenn wir Menschen nun lernen auf diese Signale zu reagieren, ja, diese Signale zu verstehen, dann können wir Gefahren vermeiden, den Hund beruhigen und Kinder sofort wegnehmen, wenn ihnen Gefahr droht.

Hunde wenden Beschwichtigungssignale an bei:

  • Lärm oder unbekannten Geräuschen
  • Stress/ Hektik
  • Unsicherheit
  • Nervosität
  • Zweideutigen Situationen gegenüber aufdringlichen Hunden

Damit sagen sie uns folgendes:

  • Ich bin harmlos, tu mir nichts
  • Ich bin der Boss, aber ich tu dir nichts
  • Ich mache dir keine Schwierigkeiten
  • Ich möchte keinen Ärger
  • Du kommst mir viel zu Nahe, tu mir nichts usw.

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