Das Nervensystem beim Siberian Husky

Nordic Fire
Die Angst:
Unsere Schutzbefohlenen sind gerade in der heutigen Zeit mancherlei Stress unterworfen wie Großstadtverkehr und starkem Lärm, Abgasen, Nervosität der Besitzer, unvorteilhafter Haltung oder auch unangebrachter Verzärtelung, so daß sich im Laufe der Zeit Symptome von Angst entwickeln, - sofern dieselben ihnen nicht schon bei der Geburt mitgegeben wurden - die unbedingt einer Behandlung bedürfen, zu der sich gerade die Homöopathie mit ihren verschiedenen Möglichkeiten zur Einwirkung auf das Seelenleben anbietet. Als mildeste Form einer nervösen Störung kann man die Bellwut mancher Hündinnen ansehen, verbunden mit Unruhe, Erregtheit und Eifersucht, mit der sie ihrer Umgebung recht zur Last fallen können. Sie ist mit einer wöchentlichen Gäbe von Lachesis D 200 gewöhnlich gut zu beeinflussen. 

Sehr unangenehme Gefährten sind durchwegs die sogenannten »Angstbeißer« . Plötzlich, ohne jede Ankündigung durch Knurren, beißen sie zu. Hinzu kommt eine starke Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Licht und Berührung. Sie sind bei vielen Rassen anzutreffen, und ihre Besitzer müßten einer Sorge enthoben sein, wenn eine tägliche Anwendung von Belladonna D 30 , 10 Tage lang, mit einer abschließenden Gabe von Calcium carbonicum D 200 diesen Fehler behebt. 

Hunde, die ihre Absicht zu beißen vorher durch Bellen und Knurren kundtun (und daher nur an der Leine ausgeführt werden dürfen, weil sie sich sonst auf jeden, besonders kleineren, Rassegenossen, stürzen würden), brauchen täglich Hyoscyamus D 30 und mit wahrnehmbarer Besserung in größeren Abständen eine C 200 oder C 7000 . In diesem Zusammenhang kann an Nux vomica gedacht werden - ein Mittel, das in der Humanmedizin dem nervösen, aufbrausenden, unter Verdauungsstörungen leidenden und bei Gelegenheit ängstlichen Zeitgenossen entspricht. Sein Spiegelbild ist der wütende Hund, der am liebsten jeden Besucher zerfleischt und, wenn ersieh an ihn gewöhnt hat, ihn beim Hinausgehen doch wieder angreifen möchte. Hier wäre ein Versuch mit Nux vomica D 30 angebracht.

Gewitterdonner und die Knallgeräusche des Silvesterfeuerwerks sind für viele Hausgenossen mit ihrem vierzigmal besseren Gehör eine Qual, der - in letzterem Fall schon 14 Tage vorher - mit Borax D 3, 3mal täglich 1 Tablette begegnet werden kann, sofern nicht stärkere Beruhigungsmittel herangezogen werden müssen. Patienten, die glauben, bei einem Tierarztbesuch schlechte Erfahrungen gemacht zu haben, sind leicht geneigt, bei erneuter Konsultation vor der Schwelle ihres Helfers kehrt zu machen. Diese Scheu behebt Phosphorus D 200 , eine Stunde vorher. Wenn der alte Hund bei körperlichem Wohlbefinden nachts umhertappt, wenn alle ändern schlafen und sich unruhig bemerkbar macht, indem er ins Freie möchte - dann wird ein fürsorglicher Hausvater dabei verwundert feststellen, daß dies ohne ersichtlichen Grund geschah. Denn ohne sich entleert zu haben, wie man angenommen hatte, ist er bald wieder zurück und tappt weiter in der Wohnung umher. Hier wirkt Arsenicum album D 30 in einer einzigen Gabe, indem es wieder ruhige Nächte herbeiführt. Diese Gabe kann wiederholt werden, wenn sich die Wirkung erschöpft hat. Wenn bisher stubenreine Tiere plötzlich unsauber werden und durch Harn und / oder Kotabsatz auf sich aufmerksam machen möchten, dann ist es Zeit, ihnen eine Gabe Pulsatilla D 200 zu verabreichen. Meistens hilft es sofort, andernfalls folgt eine Gabe Platinum D 200 drei Tage später. 

Leidige Rangkämpfe und Beißereien unter den Hunden eines Besitzers stoppt Chamomilla D 200. Jeder Hund erhält gleichzeitig eine Gabe (einmalig). Angst, sog. Platzangst, die oft bei »Ausstellungen« unangenehm für die Besitzer ist, hat Argentum nithcum . Man muss es in der D 30 täglich einmal schon Tage vor dem Ereignis geben, wenn man weiß, wie sich der Hund benehmen wird, nämlich gar nicht: Er ist dort widersetzlich und hört nicht auf eingefAchste Kommandos, schnappt nach Fliegen, die nicht da sind, klemmt den Schwanz ein, rennt verwirrt umher oder bleibt stehen und hat alles vergessen, was er gelernt hat, kurz - er ist konfus. Einige dieser Typen sind leicht daran zu erkennen, daß sie auch nicht allein bleiben können und bei Aufregung Durchfall bekommen. Auch der Stresshund auf Ausstellungen ist eine Plage für den, der ihn führen muss Unkonzentriert, zappelig und übererregt, zerrt er an der Leine und ist bei plötzlichem Lärm oder Geräuschen vor Angst ganz aus dem Häuschen. Auch dieser Typ bleibt ungern allein, und bei Gewitter ist seine Angst gewaltig. Schnelle Erschöpfung, danach aber auch relativ rasche Erholung, sind ebenso typisch wie das zarte Fell und die feingliedrigen Extremitäten, die Hinterbeinvene (V. saphena) tritt überdeutlich hervor. Er sollte 1 Stunde vor der Ausstellung 1 Dosis Phosphorus D 200 erhalten. Rüden, die auf Ausstellungen sich mit anderen anlegen oder bestimmte persönliche Feinde haben, mit denen sie stets und ständig in Konflikt geraten, Tage vorher Nux vomica D 30 , 1mal täglich 1 Tablette geben.

  • Angst vor dem Gewitter Phosphorus D 200
  • 1 Gabe vor dem Ereignis
  • Empfindlich Geräusche, Donnerschlag und Knallerei Nux vomica D 30
  • täglich 1 Tablette für kurze Zeit
  • Abends auftretende Nervosität Angst vor Alleinsein Causticum D 30
  • Arsenicum album D 30,
  • Phosphorus D 30 (bellt),
  • Pulsatilla D 30 (zerbeißt) Furcht vor Männern, vor Hosenbeinen Lycopodium D 30
  • Furcht vor allem Neuen Argentum nitricum D 12
  • Angst im Schlaf mit Bellen Apis mellifica D 3

Im Wechsel mit:

  • Zincum D 6
  • Schreckhaftigkeit Kalium phosphoricum D 12
  • Schreckfolgen Opium D 30

Die Eifersucht:
Eine weit verbreitete Untugend unseres umhegten Hausgenossen ist die Eifersucht, die sich durchaus einmal schaden-bringend auswirken kann und der daher alle 14 Tage mit Hyoscyamus D 200 begegnet werden sollte. Ebenso können auch jähzornige Hunde für ihre Umgebung gefährlich werden, so daß man hier ebenso Hyoscyamus D 200 rechtzeitig anwenden soll. Bei der häufig zwischen Rüden oder Hündinnen beobachteten sexuellen Rivalität wird der verantwortungsbewusste Hundehalter gern auf Platinum D 200 zurückgreifen. Eifersucht der zu oft bellenden Hündin: Lachesis D 200.

Das Heimweh:
Heimweh führt zur Abmagerung, weil der Hund keine Nahrung zu sich nimmt, oder zur Heiserkeit und zum Stimmverlust, weil er dauernd nach seinem »Leithund«, seinem Herrn, winselt und bellt. Beides macht ihn krank. Jeder kennt das traurige Bild, wenn ein Tier abgemagert aus einer Klinik oder einer Hundepension nach Hause kommt. Muss ein heimwehverdächtiges Tier in eine Hundepension oder Klinik gebracht werden, sollte man ihm kurz vor der Ablieferung 2 Gaben Ignatia D 30 im Abstand von 2 Stunden geben. Es nimmt dann klaglos seine neue Umgebung an und wird unter der Trennung nicht leiden. 

Die Reisekrankheit:
Es kommt vor, daß Hunde unsere Transportmittel nicht vertragen. Entweder sind sie unruhig, stehen die ganze Zeit, wollen sich nicht setzen, jaulen und stürzen von einer Seite des Fahrzeugs zu der anderen, dann ist Nux vomica D 30 das Heilmittel. Im anderen Falle legt sich der Hund zu Boden, er speichelt oder erbricht, mitunter gehen auch unwillkürlich Kot und Urin ab, dann ist Cocculus D 6 das geeignete Medikament (in Ausnahmefällen mit Tabacum D 6 zusammen). Mit beiden Mitteln beginnt man 1/2 Stunde vor der Fahrt und gibt es während der Fahrt jede Stunde. Nach einigen Fahrten braucht man es nicht mehr zu wiederholen, weil sich die Anfälligkeit verloren hat. Ebensogut kann man aber die Arznei als Kur 3mai täglich schon 10 Tage vorher durchführen. Verursacht nicht das Fahren selbst - denn gleichmäßige Fahrt auf der Autobahn wird gut toleriert - sondern das Anfahren und das Bremsen Übelkeit und Erbrechen, dann hilft eine einzige Gabe Strychninum phosphoricum D 200 für viele Monate oder für das ganze Leben. Mit Petroleum D 200 , wöchentlich eine Gabe, lässt sich das Problem - sollten die oben angeführten Mittel nicht passen -unter Umständen auch lösen. 

Die Epilepsie:
Der Hund bleibt plötzlich wie angenagelt stehen, stürzt zusammen und streckt alle Gliedmaßen von sich. Nach wenigen Sekunden verkrampft er sich, die Extremitäten zucken und strampeln, er verdreht den Kopf, der Blick ist starr und die Pupillen erweitert. Die Kiefer schlagen aufeinander, wobei schaumiger oder, bei Verletzung der Zunge, blutig verfärbter Speichel hervorgebracht wird. Der Harnabsatz erfolgt unwillkürlich. Nach dem Anfall tappt er ein wenig benommen umher, weil die Bewusstseinstörung nur vorübergehend war. Alles kehrt wieder rasch zum Normalzustand zurück. Die zeitlichen Abstände sind verschieden, oft liegen Monate dazwischen, bevor sich diese chronische Gehirnerkrankung wieder bemerkbar macht. Während eines Anfalles soll man nur darauf achten, daß der Hund sich nicht verletzt. Helfen kann man ihm nur in den Zeiten des Intervalls, und da gibt es diese Möglichkeiten: 

Zunächst sollte man kurz nach dem Anfall 1/4- bis 1/2stündlich Belladonna D 6 geben, damit es zu keiner Wiederholung kommt. Gerade die Wiederholung der Krämpfe in kurzen Abständen erweist sich als lebensgefährlich. Sie führt in einen Status epilepticus, der dann nur durch eine Narkose unterbrochen werden kann. Die Behandlung erfolgt über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen, wenn nicht länger. Der Patient erhält als Basisbehandlung Zincum D 6 und Apisinum D 6 viermal täglich im Wechsel, sofern das Krampfbild nicht im folgenden eingeordnet werden kann:

  • Krämpfe nach Impfung Silicea D 12
  • Krämpfe nach Narkose einmalig Opium D 30
  • Auslösung sexuelle ErregungOenanthe crocata D 15
  • Krämpfe,Kollaps,Blaufärbung der Zunge , Kälte der Glieder Cuprum D 15
  • Krämpfe, gefolgt von starkern Bewegungsdrang Stramonium D 30

Diese Beobachtung berichteten Augenzeugen des Staupeseuchenzuges nach dem 2. Weltkrieg, in dem bei Ausbruch der Gehirnstaupe diese Art von Krämpfen vorkam. Die mit Stramonium Behandelten überlebten. Das Gebiet der Epilepsie und der Krämpfe ist weit und unerforscht. Die Lehrmedizin versteht sich nur auf die Unterdrückung der Krampfbereitschaft durch chemische Mittel, die über kurz oder lang zu Nebenwirkungen führen. Bei dieser Alternative sollte der Versuch einer homöopathischen Behandlung gemacht werden. Es muß aber auch gesagt werden, daß es angeborene Formen gibt, die überhaupt nicht beeinflußbar sind.

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