Der Bewegungsapperat beim Siberian Husky

Nordic Fire
Die Muskeln:
Die Überanstrengung:
Hunden, die durch ausgedehnte Spaziergänge oder durch Laufen oder Rennen »hundemüde« sind und keinen Muskelkater bekommen sollen, gibt man sofort nach der angestrengten Tätigkeit Rhus toxicodendron D 30. 

Das Muskelrheuma:
Hunde jeden Alters - die älteren naturgemäß mehr - können von dieser Krankheit geplagt werden, die im Sommer häufiger auftritt als im Winter. Das Rheuma kann sich auf die Muskelgruppen des Halses schlagen. Dann schreit das Tier auf, sobald sich kleine Muskelgruppen verkrampfen, ob es sich nun bewegt oder nicht. Der Hals erscheint sowohl dicker als auch kürzer. 

Hier sind es besonders die Teckel und die Bassets, die unter dieser Form zu leiden haben. Belladonna D 6 , anfänglich jede Stunde eine Gabe, wird hier helfend eingreifen, mit zunehmender Besserung seltener. Werden Hündinnnen höheren Alters davon ergriffen, hilft Cimicifuga D 6 besser, weil die Ursache dann meistens im Hormonhaushalt liegt und dieser durch Cimicifuga normalisiert wird. In der Nackengegend kann sich Rheuma auch als Schiefhals auswirken (Tortikollis), wobei der Kopf beständig nach einer Seite verdreht gehalten wird. Hier ist wirksam Lachnanthes tinctoria D 6 sowie Phosphorus D 12 nach französischen Autoren; aber auch Rhus toxicodendron D 30 und Bryonia D 30 , im Wechsel gegeben, dringen durch. Im Rücken wird die Lenden-Kreuzgegend (Lumbago) besonders hart betroffen. Der Hund lahmt sich dann mühsam vorwärts, ohne sich ganz auf die Hinterbeine zu stellen und kann vorübergehend vollständig gelähmt sein. Die Heilung setzt rasch ein durch Bryonia D6-D30 und Rhus toxicodendron D6-D30 im Wechsel, 1 stündlich, mit Besserung seltener. 

Bewährt hat sich auch die wöchentliche Injektion von Acidum formicicum D 30 , um die Veranlagung zu Rheumaanfälligkeit aufzuheben. Trockenes, warmes Lager ohne Zugluft ist Bedingung für Heilung, auch betonierte Zwinger müssen verlassen werden, wenn Besserung eintreten soll. Beschwerden, die sich nach einem etwas unglücklichen Sprung oder einer unphysiologischen Bewegung einstellen und sehr schmerzhaft sind, verlangen Rhus toxicodendron D 12 , 2stündlich, bis sie abgeklungen sind. 

Bänder, Sehnen und Gelenke:
Bänderabrisse vom Knochen erfordern die gleichen Mittel wie der Knochenbruch, nämlich: Caicium phosphoricum D 6 und Symphytum D 3 im Wechsel. Besser noch als die niedrigen wirken die LM-(Q-)Potenzen dieser beiden Arzneien, die sich gut zum »Anschweißen« der Bänder an die Knochenhaut eignen (12., 15., 18. LM), 3mal täglich 5 Tropfen nach 10maligem Schütteln. Das Durchtreten der Gelenke kann beim Schäferhund des öfteren beobachtet werden. Die Hunde stehen in einem zu spitzen Winkel zum Boden und lassen auf eine »schlaffe Faser« schließen, wie die alten Ärzte sagten, auf eine Bindegewebsschwäche. Man kann diese gut korrigieren mit dem Bindegewebsmittel Caicium fluoratum D 12, 3 Gaben täglich für einige Wochen. Dazu wöchentlich eine Gabe Silicea C200. 

Die Schleimbeutelentzündung:
Eine Vergrößerung mit Entzündung tritt bei Hunden großer Rassen auf und wird begünstigt durch das Liegen auf harter Unterlage. Kommen dann noch Infektionen hinzu, gibt es üble Komplikationen. Die Behandlung, wenn akut: Hepar sulfuris D 3 im Wechsel mit Silicea D 4, während der 1. Woche 6mal, danach 4mal täglich; wenn schon länger bestehend: Caicium phosphoricum D 4 , abwechselnd mit Sulfur jodatum D 4, 4mal täglich, wenn veraltet, versuche man Kalium muriaticum G, für längere Zeit.

Verstauchungen:
Verstauchung nennt man eine zeitweise Verlagerung der Gelenkflächen, die aber sogleich wieder die ursprüngliche Stellung einnehmen, wie dies bei Sturz, Fall oder beim Hängenbleiben einer Gliedmaße, durch Fehltritt oder durch andere gewaltsame Einwirkungen passieren kann. Kompliziert wird sie meist durch Blutergüsse, durch starke Überdehnung, durch Zerrung oder das Reißen eines Gelenkbandes, was zur Lahmheit führt, zur Empfindlichkeit und Schwellung dieser Region. Die örtliche Behandlung: Umschläge mit Arnica-Urtinktur, 25 Tropfen auf ein Glas Wasser.Innerlich sind Arnica D3 und Rhus toxicodendron D 8, 1-2stündlich im Wechsel, die Heilmittel. Ist ein Bänderriss zu vermuten oder eine Verletzung der Knochenhaut, dann fügt man Ruta graveolens D 4 hinzu und gibt alle 3 Arzneien gemischt, erst stündlich, danach mit zunehmender Besserung 2stündlich mehrere Tage lang. 

Die Sehnenscheidenentzündung:
Bei der Entzündung der Sehnenscheiden wird diese Zusammenstellung von großem Nutzen sei. Zu gleichen Teilen, zunächst 2-3stündlich, mit Besserung täglich 3mal 1 Gabe bis zur Heilung. Daneben wirken vortrefflich unterstützend Kyffa-Plasma -Umschläge:


  • Arnica D 4
  • Ruta graveolens D 3
  • Rhus toxicodendron D 8

Gelenksentzündungen:
Die Entzündung der Gelenke, akut oder chronisch, hat zahlreiche Ursachen traumatischer und infektiöser Art. Es besteht allgemein starke Lahmheit bis zum Nicht-Aufsetzen-Können der erkrankten Gliedmaße. Neben Ruhigstellung empfiehlt sich diese Behandlung: Belladonna D4 - D6, wenn alle Zeichen einer Entzündung ausgeprägt sind, Schwellung, Rötung, Hitze, Schmerzen, Lahmheit und evtl. Fieber. Man gibt es in kurzen Intervallen, 1-bis 2stündlich, mit Besserung seltener. Bryonia D 6 ist das Heilmittel des geschwollenen Gelenkes, dabei provoziert die kleinste Bewegung bereits Schmerzen. Starker Druck bessert, weshalb die Patienten auf ihrem kranken Gelenk liegen. Überdies trinken sie viel auf einmal, wenn auch nicht oft, eine Eigenart von Bryonia und in diesem Zusammenhang ein eindeutiger Hinweis für die Mittelwahl. Rhus toxicodendron korrespondiert mehr zu den Entzündungen von Sehnen und Bändern der Gelenke. Ruhe verschlimmert, weswegen die erste Bewegung nach erschwertem Aufstehen mühsam und schmerzhaft ist. Aber nach wenigen Schritten bessert sich der Zustand, der Hund »läuft sich ein«, um erst später wieder schlechter gehen zu können. Hier wirkt Rhus toxicodendron D 30 zuverlässig bei Smaliger Gabe, täglich. 

Sind die angegebenen Zeichen nicht eindeutig, sind sie weder Bryonia noch Rhus toxicodendron, dann kann man diese beiden Mittel im Wechsel alle 2 Stunden geben. Die chronische Arthritis hat gute Chancen durch die wöchentliche Injektion von Phosphorus D 30 subkutan oder intrakutan über dem Gelenk durch den Tierarzt, 4mal nacheinander, bei gleichzeitiger Gabe von Vermiculite D 6 , 3mal tgl. an den Zwischentagen. 

Rachitis und Entwicklungsstörungen:
Die Knochenweiche ist heutzutage selten geworden wegen der allgemeinen besseren Haltung und Fütterung der Hunde, besonders der tragenden Hündinnen. Die Krankheit befällt Junghunde oder Hündinnen nach dem Werfen. Vorbote ist die Lecksucht an Mauerwerk oder Wänden. Die Gelenke an Hüften und Knien bleiben weich, sie verkalken nicht und werden, wie die anderen Knochen auch, durch die Gewichtsbelastung deformiert. 0-Beine und Senkrücken, aufgetriebene Fußwurzelgelenke und Bärentatzigkeit sind die Folge. An den Rippenbögen treten beim Übergang vom Knochen zum Knorpel Verdickungen auf, die man als rachitischen Rosenkranz bezeichnet. Die Ursachen sind nicht allein unzureichende Ernährung des Muttertieres, sondern auch Mangel an frischem Fleisch, an Bewegung, an Sonne, Licht und frischer Luft. Mitunter löst ein hochgradiger Wurmbefall die Krankheit aus. Bei rechtzeitiger Behandlung lässt sich viel erreichen. Meistens schreitet die Heilung so gut voran, daß man die so behandelten Tiere nach einiger Zeit nicht wiedererkennt. 

Die Futterumstellung auf rohes Fleisch ist ebenso wesentlich wie die Beifütterung von roher Milch, rohen Eiern, Lebertran, einer Mineralsalzmischung, wie sie im Zoohandel erhältlich ist, und Gaben von Vitamin D als Stoß, ca. 10 Tage im Monat. Mit dem kranken Tier soll man oft spielen, es viel im Freien lassen bei guter Luft und viel Sonne. Zur Regulierung des gestörten Kalkhaushaltes geben wir 3mal täglich, 1 Tablette von jedem Mittel:


  • Caicium phosphoricum D 3
  • Caicium carbonicum D 6

Entwicklungsstörungen:
Grundsätzlich, so kann man sagen, ist an den Knochenveränderungen unserer Hunde, in den letzten Jahrzehnten ständig zunehmend, der gestörte Mineralhaushalt schuld. Die Vorstellungen über diesen Haushalt werden von jeder Hundefutterfabrik anders interpretiert, was bleibt, ist ein stetes Überangebot, mit dem mancher Organismus nicht fertig wird. Durch Umschichtungen in der Knochenstruktur oder Ablagerungen (Depots) werden Veränderungen in Richtung Krankheit gesetzt. Wieder einregulierende Heilmittel sind:


  • Caicium carbonicum
  • Caicium fluoratum
  • Phosphorus

und andere nach der Ähnlichkeitsregel ausgewählte Mittel. Sie normalisieren den gestörten Haushalt und ersparen Ope-rationen und andere aufwendige Manipulationen. So sind die unter verschiedenen Namen und Diagnosen laufenden Störungen wie Osteoporose, Spondylitis, aufgeweichte Knochenkonturen im Röntgenbild, unklare Lahmheiten beim Jungtier wie auch beim erwachsenen Hund in vielen Fällen durch Caicium carbonicum oder Caicium fluoratum D 30, 1mal täglich, zu bessern oder zumindest funktioneil beeinflussbar, d.h. das Röntgenbild verändert sich nicht bemerkenswert, aber der Patient fühlt sich wohl und ist in der Funktion nicht gestört. So mancher alte Teckel mit mehrfachen Schüben der Teckellähme dürfte nach dem Röntgenbild gar nicht mehr laufen und - tut es trotzdem. 

Knochenbrüche:
Der Knochenbruch verlangt Caicium phosphoricum D 6 und Symphytum D 3 , 4mal täglich im Wechsel. Diese beiden Mittel lassen rasch den notwendigen Kallus entstehen. Für Verletzungen der Knochen ist immer Symphytum , für Verletzungen der Knochenhaut allein ist dagegen Ruta angezeigt. Die durch Fixierung des Bruches bedingte Muskelatrophie verschwindet rasch auf Plumbum D 6 , 3 Gaben täglich. 

Nagelabnormalitäten:
Die Nagelanomalien führen nicht selten zu wiederholten Nagelentfernungen, ohne damit die eigentliche Ursache beseitigt zu haben. Antimonium crudum D 4 ist ein wunderbares Mittel bei Nägeln, die aus der Form wachsen und gespalten sind. Silicea D 6 versucht man bei verkrüppelten Nägeln, Thuja D 6 bei sprödem und rissigem Hörn und schließlich Graphites D 4 bei verdickten, verkrüppelten Nägeln bei den Tieren mit der bekannten Graphites -Konstitution: »dick, dumm, trag, traurig, frostig und verstopft« - sowie bei trockener und zu Fissuren neigender Haut. Die chronische Stoffwechselstörung, die zu diesen Unregelmäßigkeiten führt, benötigt eine längere Behandlung über mehrere Wochen. Eine Zwischengabe von Sulfur D 30 nach der zweiten Woche als Reaktionsmittel wirkt sich günstig aus.

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