Die richtige Ausrüstung im Schlittenhundesport

Nordic Fire
Die korrekt, passende Ausrüstung ist ein wichtiger Aspekt im Schlittenhundesport. Der falsche Trainingswagen, zusammengeflickte Geschirre, Zentralleinen uvm. können den Hunden den Spaß am Laufen verderben, oder gar gesundheitliche Schäden verursachen und im schlimmsten Fall, sogar lebensgefährlich werden. Hier sollten Sie nicht am falschen Ende sparen und wenn man sich sein Sportequiment zusammenborgen und erbetteln muss, weil dass Geld nicht reicht, sollte man vielleicht weniger Hunde halten und trainieren, oder sich einer anderen Sportart zuwenden. Ich weiß diese Worte sind hart, aber wer so wie wir einiges in diesem Berreich gesehen und erlebt hat, sieht eben immer den Hund im Vordergrund und da sind ehrliche Worte nötig.

Die Geschirre:
Das Zuggeschirre sind eines der wichtigsten Bestandteile der Ausrüstung, da sie den direkten Kontakt zum Hund darstellen. Es muss eine optimale Passform, Polsterung und gute Verarbeitung gewährleistet sein. Das richtige Anpassen eines Zuggeschirres ist durchaus nicht einfach und Sie sollten bei Unsicherheit am Anfang lieber die Hilfe eines Fachmannes in Anspruch nehmen. Ein schlecht sitzendes Geschirr kann zu gesundheitlichen Schäden führen! Das Geschirr sollte möglichst eng anliegen, aber nicht in der Atmung beengen und den Hüften und Schultern Bewegungsfreiheit bieten. Es darf weder zu kurz, noch zu lang sein. Das Geschirr sitzt richtig, wenn unter Zug die hinteren Bänder entlang des hinteren Rippenbogens verlaufen und die Schlaufe am Rutenansatz liegt. Die Geschirre sollten zumindest im Brustberreich gepolstert sein, am besten mit wasserabweisendem Material. Bedenken Sie auch, das sie meist mindestns zwei Geschirre pro Hund benötigen, denn viele Hunde haben im abgehaarten Zustand einen anderen Körperumfang, als wenn sie voll im Fell stehen.

Die Halsbänder:
Halsbänder für den Schlittenhundesport stellen andere Ansprüche, als jene für den Alltag. Es darf z.B. keine Kette oder Zugstopp verwendet werden. Das Material sollte wasserabweisend, bzw. schnell trocknend sein. Es sollten große Ringe aus nicht rostendem Materail verwendet werden und soltlen eng am Hals anliegen. Dabei dürfen sie den Hund jedoch nicht würgen, oder an der Atmung behindern. Richtig eingestellt kann der Hund nicht aus dem Halsband rutschen, hat aber ca. eine Hand breit Platz zwischen Hals und Halsband.

Die Zugleinen:
Oft wird vergessen von welcher Bedeutung gute Zugleinen sind. Sie ist jedoch ein wichtiger Bestandteil jedes Schlittenhundegespanns. Die Zugleine überträgt die Kraft des Schlittenhundes auf den Schlitten oder Trainingswagen. Eine Zugleine besteht aus: Zentralleine, je nach Hundeanzahl mehrere Tugleinen und Neckleinen. Die Leinen setzen sich aus Zweiersegmenten zusammen die je nach Hundeanzahl verlängert oder verkürzt werden können.

Es gibt verschiedene Segmente, die Lead -, Team - und Wheelsektion. Die Leadsektion ist das Grundelement für die ersten ein bis zwei Hunde. Es besteht aus ein oder zwei Tugleinen und bei zwei Hunden im Lead aus einer Neckleine, mit der die Halsbänder der zwei Hunde verbunden wird. Die Teamsektion verlängert die Leadsektion beliebig nach hinten und besteht aus einem Zentralleinenstück, zwei Tugleinen und zwei Neckleinen. Die Wheelsektion sind die letzten Hunde, direkt vor dem Schlitten oder Trainingswagen, die Leinen sind hier um etwa 20% verlängert. So haben die Hunde einen größeren Abstand zum Schlitten oder Trainingswagen, was zur Schonung der Hunde beiträgt.

Es gibt verschiedene Materialien wie hohlgeflochtene Kunststoffseile, Kunststoffseile mit Edelstahlkern oder Stahlzugleinen.

Die Karabiner:
Für die Zugleine und das Stake Out benötigt man verschiedenste Karabinerhaken. Hier darf man auf keinen Fall sparen! Am Besten sind Karabiner aus Messing, sie rosten nicht und frieren auch bei großer Kälte nicht fest. Für die Befestigung der Zugleine am Trainingswagen oder Schlitten benötigt man einen großen Karabiner in D - Form mit Schraubverschluss. Unterschätzen Sie die Zugkraft Ihres Gespannes nicht und wählen Sie einen Karabiner mit hoher Bruchfestigkeit. Zum befestigen Ihres Trainingswagen oder Schlitten, vor dem Start benötigen Sie den sogenannten Panic Snap.

Der Ruckdämpfer:
Der Ruckdämpfer wird zwischen Zugleine und Wagen / Schlitten gespannt und soll - wie schon der Namen sagt - Rucke beim Start oder Training dämpfen.

Die Sicherungsleine:
Um ein Schlittenhundeteam zu sichern, ist es manchmal notwenig es festzubinden. Dazu benötigt man ein gutes Seil und einen so genannten Panic Snap. Vergessen Sie nie, auch eine Sicherungsleine beim Training oder Rennen mitzuführen, falls Sie unterwegs Ihr Team sichern müssen.

Der Schlitten:
Der Schlitten ist das optimale Fortbewegungsmittel eines Schlittenhundegespanns, bei ausreichender Schneelage. Es gibt verschwiedene Schlitten, vom Sprintschlitten bis zum Toboggan. Der Schlitten sollte immer für die passende Hundeanzahl gewählt werden und nach Gebrauchart. Der Sprintschlitten ist der leichtere, wendige Schlitten der auf getrailten Wegen optimal zu nutzen ist. Der Toboggan ist auf ungespurten Trails, teilweise im Tiefschnee eindeutig der Gewinner. Bei Rennen im Sprintbereich werden meist die leichteren und schnelleren Sprintschlitten benutzt. Auf Mittel - oder Longdistanzrennen der Toboggan.

Die Bremsmatte:
Die Bremsmatten sind ideal und heutzutage unverzichtbar. Meistens haben sie einen Klappmechanismus und sind so schnell einsetzbar. Bei steilen Abfahrten und extrem harten Schneeverhältnissen sind sogenannte Bremsketten eine große Hilfe. Diese wird um die Kufen geschlungen und der Schlitten läuft dann auf dieser Kette und lässt sich leichter kontrollieren.

Der Schneeanker:
Der Schneeanker ist ein wichtiges Utensil um den Schlitten zu befestigen, wenn man z.B. zu seinen Hunden nach vorne gehen muss. Der Schneeanker ist aus Metall und mit einem oder zwei Hacken versehen. Natürlich braucht es für einen Schneeanker gute Schneeverhältnisse, sind diese nicht 100 % gegeben, ist es besser eine Notleine / Sicherungsleine zu verwenden, 


Der Transportsack:
Der Transportsack ist meist aus strapazierfähigem, wasserabweisenden Material und soll im Notfall einen verletzten Hund aufnehmen, bzw. ist für die Unterbringung von Utensilien im Bereich MD und LD gedacht.

Das Bike:
Das Bike ist fast immer der Einstieg in den Schlittenhundesport. Am Besten benützt man eine geeignete Anbindevorrichtung am Bike für die Hunde. Manche Musher ziehen zwar einen Bauchgurt vor, aber bei einem Sturz kann dies Böse für den Musher enden und Sicherheit sollte im Schlittenhundesport immer eine hohe Priorität haben.

Der Scooter:
Der Scooter ist schon um einiges sicherer als das Bike, da man im Notfall leichter abspringen und auch keine störenden Stangen vorhanden sind. Außerdem kann man auf ihm hervorragend pedalen um die Hunde bei Bedarf zu unterstützen.

Der Trainingswagen:
Der Trainingswagen wird wohl das meist genutze Fahrzeug eines Mushers sein, ab 2 Hunden. Es gibt sie in verschiedensten Ausführungen als Drei - oder Vierrad. Wichtig ist beim Kauf auf Stabilität, gute Lenkung, Leichtläufigkeit und sichere Bremsen zu achten.

Das Dreirad ist leichter und meist besser zu verstauen. Der Nachteil ist jedoch, dass sie weit leichter kippen als ein vierrädriger Wagen. Ein vierrädriger Wagen ist stabiler und weit sicherer, aber eben auch teurer. Das Gewicht spielt bei einem Trainingswagen eine große Rolle. Leichte Wagen mit zuvielen Hunden davor lassen sich einfach nicht bremsen. Da helfen auch vier blockierende Bremsen nicht wirklich weiter, wenn die Hunde den Wagen dank zu niedrigem Gewicht hinter sich herziehen. Da aber Sicherheit ein hoher Aspekt sein sollte, tun Sie sich und Ihrer Umwelt etwas Gutes, wenn Sie das Gewicht Ihres Trainingswagens Ihrer Hundeanzahl anpassen, auch wenn dies oft im Laufe der Zeit den Kauf mehrerer Trainingswägen beinhaltet.

Die Räder des Trainingswagen sollten nicht zu schmal sein, breite, grobstollige Räder bieten weit mehr Sicherheit auf unbefestigen Wegen, als schmale Räder mit wenig Profil. Auch sollte der Durchmesser nicht zu klein sein, da Räder mit großem Durchmesser leichter laufen. Die Bremsen sind beim Trainingswagen eines der wichtigsten Dinge und auf sie sollte großen Wert gelegt werden. Es gibt Trommel - und Scheibenbremsen. Wir persönlich empfehlen Scheibenbremsen, weil sie einfach weit stabiler und somit sicherer sind, auch bei großer Beanspruchung. Scheibenbremsen ermöglichen ein dosiertes und sauberes Bremsen auch bei großen Teams oder schwierigem Gelände. Des weiteren ist eine Krallenbremse von großem Vorteil. Wenn man nach vorne zu den Hunden muss, sichert sie den Wagen und man kann entspannt der gerade notwendigen Tätigkeit nachgehen.

Der Quad:
Der Quad ist ein gutes Mittel um große Tems kontrolliert zu trainieren. Bei kleinen Teams ist man oft verleitet, mit Hilfe des Motors, das Team zu unterstützen und schadet so dem Training oft mehr als es nützt. Außerdem sind auf vielen Waldwegen motorisierte Fahrzeuge nicht zugelassen und somit verboten, selbst ohne Einsatz des Motors. Ein Schlittenhundegspann mit Schlitten oder Trainingswagen gilt als Fuhrgespann und darf auf den meisten Waldwegen (ausgenommen Forstwege) bei ausreichender Sicherung ( Rückstrahler, Beleuchtung usw.), gleich einem Pferdegspann, benutzt werden.

Die Booties & Pfotenfett:
Bei besonderen Wetterverhältnissen kann es notwendig werden, die Pfoten Ihrer Hunde zu schützen. Ist dies der Fall fetten Sie die Pfoten erst kurz vor dem Start ein und verhindern sie so ein Abschlecken der Pfoten durch den Hund. Bei Split oder eisigem Schnee, oder bei Verletzung der Hundepfote leisten Hundeschuhe - sogenannte Booties- gute Dienste. Vergessen Sie jedoch nicht das Anziehen und Tragen der Booties vorher zu üben, sonst haben Sie später wahrscheinlich ein Problem.

Das Stake Out:
Das Stake Out ist die sicherste Art Ihre Huskies zeitweise sicher zu befestigen. Früher vewendeten viele Musher Ketten, heutzutage besteht der größte Teil der Stake Outs aus Stahldraht. Trotzdem sollten Sie Ihre Huskies nicht unbeaufsichtig lassen, denn es kann durchaus ein Mal ein Krabiner brechen usw. und der Hund läuft frei herum und belästigt vielleicht andere Hunde.

Die Erste Hilfe:
Womöglich ist nicht immer sofort ein Tierarzt erreichbar und so sollten Sie auf eine gut ausgestattete Erste Hilfe Tasche und Hundeapotheke großen Wert legen. Ihr Tierarzt ist Ihnen bei der richtigen Befüllung sicher gerne behilflich.

Die Transport der Hunde:
Je nach Hundeanzahl benötigen Sie ein geeignetes Transportmittel. Einen Kombi, Kleinbus oder gar einen Klein Lkw / Lkw mit den dementsprechenden Ausbauten. Auch ein passender Hundetransporter kann gute Dienste leisten. Die Boxen müssen immer gut belüftbar sein und dem Hund genügend Platz bieten. Außerdem sollten sie leicht zu reinigen sein.

Sie sehen, es ist einiges notwendig, um richtig mit den Hunden zu trainieren. Achten Sie dabei immer darauf, dass jegliches Material von hoher Qualität und vor allem in Ordnung ist. Hier sollten Sie auf keinen Fall sparen.

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