Eventuelle Komplikationen beim Siberian Husky

Nordic Fire
Viele unterschiedliche Faktoren können einen normalen, unproblematischen Deckakt verhindern. Hier ist es vor allem wichtig, sich auch über die vielfältigen psychologischen Hintergründe Gedanken zu machen. 

Meist fährt der Züchter mit seiner Hündin zum Deckrüden, in seiner gewohnten Umgebung fühlt sich dieser sicher und stark. Sollte die Hündin nun mit Agressionstendezen reagieren wird ihn dies meist unbeeindruckt lassen. Wäre der Rüde jedoch auf dem Territorium der Hündin und sie würde ihn wegbeißen, so müsste er ihre Territoriumsansprüche akzeptieren und es käme zu keinem Deckakt. Somit ist es logisch das der Rüde in dem Gelände decken sollte wo er das "Sagen" hat, denn sein Territoralverhalten wird dort von der Hündin meist uneingeschränkt anerkannt. Dieser kleine Trick ist oft gerade bei Rüden die das erste Mal decken sehr entscheidend, einem erfahrenem Deckrüden macht die Umgebung meist nicht mehr soviel aus. Sympathie und demzufolge auch Antisympathie spielen beim decken eine große Rolle - sofern Sie nicht Zwangsdecken möchten, was wir jedoch gänzlich verurteilen. Sympathie kann mit geruchlicher oder farblicher Gegebenheit des Deckpartners zusammenhängen. 

Als Beispiel möchte ich hier den Deckrüden einer Bekannten anführen, es handelt sich zwar um eine andere Rasse, aber das spielt hier eine untergeordnete Rolle. Aragon deckte viele Jahre erfolgreich, bis er eine schwarz- weiße Hündin decken sollte. Niemand konnte sich das erklären bis wir darauf kamen dass er ja mit einer schwarz- weißen Hündin zusammenlebt. Da diese einer anderen Rasse angehört, durfte er sie nie decken und wurde oft mit viel Tamtam von ihr ferngehalten. Dies verhinderte zwar immer erfolgreich Nachwuchs, hatte sich aber anscheinend bei Aragon so tief eingeprägt dass er fortan keine schwarz - weißen Hündinnen mehr decken wollte. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist dass man Erstlingshündinnen eher einem erfahrenen Rüden zuführen sollte und umgekehrt. Zwei unerfahrene Deckpartner benehmen sich oft so ungeschickt dass ein Deckakt nicht zustande kommt. Sehr wichtig ist auch das Verhältnis Besitzer und Hund. Viel Rüden decken z.B. nicht im Beisein ihres Halters. Unser Asko wird von mir in der Unterordnung geführt und deckte prinzipiell nicht wenn ich in der Nähe bin. Sobald ich mich entferne ist der Deckakt ruck zuck vollzogen. Hunde die kaum Sozialkontakte zu anderen Hunden haben können ebenfalls Deckschwierigkeiten haben, da sie den anderen Hund nicht als Sozialpartner und somit auch nicht als Deckpartner erkennen. Für sie ist der Mensch der alleinige Sozialpartner. Da solche Hunde jedoch meiner Meinung nach nicht in die Zucht gehören, gehen wir auf dieses Thema nicht näher ein. 

Hält man mehrere Hunde einer Rasse - in unserem Fall Siberian Huskies die man ja vorrangig im Rudel hält - kann auch dies zu Deckschwierigkeiten führen. Manche Hündinnen lassen sich nicht von dem Rüden mit dem sie stets zusammenleben decken, genauso wie manche Rüden dann nur die eigene Hündin decken wollen und ansonsten keine. Manche Hündinnen drehen sich auch gerne beim Versuch eines Deckaktes weg oder setzen sich hin. Sie haben bei jungen, unerfahrenen oder nicht so dominanten Deckrüden meist Erfolg, so dass sie diese Methode dann immer wieder anwenden. Deckerfahrene Rüden machen solch ein Gehabe meist nur kurz mit und greifen sich dann die Hündin. Sie ziehen sie dicht heran und kümmern sich weder um das Geschrei oder die Ausweichversuche der Hündin. Wenn es sein muss knurren sie auch ein Mal zurück, um ihr deutlich zu machen, dass sie so nicht zu beeindrucken sind. Das Schreien der Hündinnen ist für viele Rüden auch ein weiterer Stressfaktor, der eine Deckung verhindern kann. So manche Hündin schreit schon vor dem eigentlichen Deckakt als ob sie umgebracht werden sollte. Dieses Geschrei verstärkt sich noch wenn der Hündinnenbesitzer mit ihr "leidet". Damit tut er der Hündin jedoch keinen Gefallen, er vermenschlicht sie und beschwört so selbst Probleme herauf. Genauso können hysterisches, nervöses und unruhiges Verhalten der Menschen einen Deckakt verhindern, da die Hunde annehmen sie machen etwas falsch. Im Gegenzug wirken ruhige, gelassene Halter beruhigend auf die Hunde und machen diese sicherer. Hier liegt der Erfolg oder Misserfolg eines Deckaktes oft am Menschen, dies sollten Sie nie vergessen! 

Es gibt es so viele Variationen. Wollte man alle besprechen würde das den Rahmen dieser Webseite sprengen. Hier geht es vorrangig darum dass Sie durch unsere Beispiele erkennen, dass eine Deckung auch sehr viel mit Psychologie zutun haben kann und Sie oft tiefer blicken müssen wenn eine Deckung nicht klappt. Lassen Sie dem natürlichen Ablauf so viel Raum wie möglich und greifen Sie wirklich nur dann ein wenn es unbedingt notwendig wird. Und verzichten Sie lieber ein mal auf eine Deckung, wenn es absolut nicht funktioniert, denn es bringt nichts wenn Sie sich und Ihren Hund unnötig stressen und Sie dadurch eventuell eine dauerhafte Deckunlust heraufbeschwören.

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