Hürden und Sprünge beim Agility

Nordic Fire
Springen bereitet den meisten Hunden viel Freude. Es ist darauf zu achten, dass das Sprungtraining nicht zu früh begonnen wird, vor allem bei Hunden großer Rassen - also auch dem Siberian Husky - , die recht lange brauchen bis sie ausgewachsen sind. Ich persönlich halte vom Sprungtraining an der Leine nichts, da gibt es aber auch andere Meinungen. Zu oft habe ich Hunde gesehen, die nach einem schönen Sprung an der Leine herumgerissen wurden, weil ihr Hundeführer zu langsam beim Umrunden des Auslegers war. Vor Beginn des Agilitytrainings sollte der Hund eine gute Bindung zu Ihnen haben. Ein Team, bei dem dies noch nicht gegeben ist, sollte meiner Meinung nach noch kein Sprungtraining zu machen! Sie üben immer ohne Leine: Zunächst werden die Stangen auf den Boden gelegt (zwischen die Hindernisausleger). Der Trainer hält den Hund am Halsband auf der einen Seite des "Sprunges" (Stange am Boden) fest, derweil Sie zwischen den Auslegern hindurch zu Ihrer Abrufposition gehen. Sie machen den Hund aufmerksam und rufen ihn dann durch die Ausleger hindurch ab. 

Nach einigen Wiederholungen wechseln Sie und Trainer die Seiten. Der Trainer begibt sich auf die Abrufposition (mit Leckerli) und Sie schicken ihren Hund mit dem Hörzeichen, das er auch später für "geradeaus Voran" nutzen will, durch den Ausleger, später auch durch zwei "Sprünge". Wenn ihr Hund schon gut wartet, kann er auch von Ihnen durch den ersten "Sprung" abgerufen und über den zweiten geschickt werden, hierbei sollte der Trainer hinter dem zweiten "Sprung" stehen, um den Hund zu bestätigen. 

Sie haben die Möglichkeit, unterschiedlich lange Stangen (1,20 und 2m breit) aufzulegen. Für die ersten Springversuche eines Hundes legen Sie die breiten Stangen auf, bei denen sich der Hund und Sie nicht ins Gehege kommen, wenn Sie zunächst mit über die Stangen springen. Für viele Hunde ist es unangenehm, wenn man plötzlich beim Mitlaufen die Ausleger umrundet. Dies kann verhindert werden, indem Sie zunächst auch über die Stangen springen, anschließend nehmen wir Hürden ohne Ausleger (also einfache, senkrechte Stangenauflagen), bei denen Sie eine Gerade laufen können und keinen Bogen machen müssen. Beim Mitlaufen muss von Anfang an darauf geachtet werden, den Hund auf beiden Seiten zu führen. All diese Übungen spielen sich auf einer Geraden mit ein, zwei oder drei Hürden ab. Die Stangen werden schrittweise etwas höher gelegt, in der weiteren Ausbildung sollte man darauf achten, dass die Stangen jeweils auf unterschiedlichen Höhen aufgelegt sind, um den Hund von Anfang an daran zu gewöhnen, aufzupassen. Ebenso sollte der Abstand zwischen den Hindernissen variieren, mal nur vier Meter, aber auch mal sechs oder sieben Meter. Vermeiden Sie ein Hörzeichen für die Sprünge, um dem Hund nicht den Absprungzeitpunkt vorzugeben. Wenn z.B. ein "Hopp" im falschen Moment kommt und den Hund veranlasst, abzuspringen, kann die Stange fallen. Wir nutzen daher für die Sprünge nur Richtungskommandos (bei dieser Übung also immer: "Vor" oder "Voran"). 

Bevor dann Winkel und Bögen, später auch so genannte "Treppen" oder "Sterne" trainiert werden, arbeiten Sie weiter an der Geraden und kombinieren diese, wenn der Hund das Gerät schon kann, gern auch mit dem festen Tunnel. Sie sollten versuchen, etwas Abstand zum Hund zu gewinnen und immer eine Gerade parallel zum Hund zu laufen, jeweils auf der rechten und der linken Seite. Gleichzeitig wird an der Geraden das Abrufen und das Voranschicken geübt. Beim Schicken ist immer zu verhindern, dass der Hund an seine Bestätigung kommt, ohne die Hindernisse korrekt abgearbeitet zu haben. Also kein Bällchen ans Ziel legen ohne eine zweite Person, die absichert, dass der Hund es nicht bekommt, wenn er Hindernisse ausgelassen hat! Wenn der Hundeführer den Ball selber wirft, muss das Timing natürlich genau stimmen. Wir werfen immer mit der Hand, die den Hund führt, also auch das nächste Hindernis anzeigt. Bei einem links geführten Hund ist das die linke Hand. Erst wenn der Hund die Sprünge in der für seine Größenklasse vorgesehenen Höhe sicher springt, ergänzen Sie die geschlossenen Sprünge, beginnen hier aber wieder mit den Ausführungen für die Größenklasse Small. Ein geschlossener Sprung, bei dem der Hund ja nicht sieht, was dahinter ist, fällt den Hunden in der Regel schwerer. Hier passieren auch viel häufiger Verweigerungen auf Turnieren! Geschlossene Sprünge sind die Mauer, die Buschhürde und das Viadukt. 

Der Reifen:
Der Reifen wird zum Anlernen dieses Geräts aus dem Rahmen heraus genommen und auf den Boden gestellt (ggf. von Helfer festhalten lassen, günstiger ist aber eine Befestigung). Wie beim festen Tunnel wird der Hund zunächst unmittelbar vor dem Reifen vom Trainer festgehalten und von Ihnen gelockt. Sie müssen darauf achten, den Hund durch den Reifen hindurch anzusehen. 

Wenn der Blickkontakt am Reifen vorbei verläuft, wird der Hund auch neben dem Reifen durch den Rahmen springen. Schrittweise wird der Reifen etwas höher gehängt, in noch deutlich unter der für die jeweilige Größenklasse normalen Höhe lassen belassen wir ihn zunächst, um den Helfer abzubauen und den Hund rechts wie links geführt nur Ihnen geführt durch den Reifen zu schicken. Immer auf geraden Anlauf achten. Erst wenn der Hund auf beiden Seiten geführt sicher durch den niedrig hängenden Reifen springt, wird dieser schrittweise erhöht bis zur endgültigen Höhe für die jeweilige Größenklasse (Reifenmittelpunkt Klasse Large 80 cm vom Boden, bei Small und Midi 55 cm). Es ist in jedem Fall zu verhindern, dass der Hund an der Leine durch dieses Gerät gezerrt wird, was leider immer noch nicht so selten in Anfängerstunden zu sehen ist. 

Der Weitsprung:
Der Weitsprung ist kein sehr schwieriges Gerät. Korrekt angelernt, passieren hier selten Fehler. Zunächst nimmt man ein einzelnes, niedriges Element und die Seitenbegrenzungen und verfährt analog den Beschreibungen für das Anlernen von Sprüngen. Anschließend kommt ein zweites, dann ein drittes und bei großen Hunden viertes Element hinzu. Auch der Weitsprung sollte natürlich beidseitig geführt trainiert werden, es ist darauf zu achten, dass der Hund jeweils gerade anlaufen kann und nicht veranlasst wird, schräg zu springen. Als Hörzeichen wird häufig "Weit", oft aber auch nur das Richtungskommando "Voran" verwandt. 

Der Tisch:
Der Tisch wird derzeit nicht mehr sehr häufig gestellt. Trotzdem - man kann ihm noch begegnen und sollte ihn können! Idealerweise übt man zunächst mit der Ausführung für die Small - Hunde. Der Hund wird animiert, auf den Tisch zu springen und Sie loben ihn, sobald er oben ist. Geeignet ist hier ein Leckerli besser als ein Spielzeug, weil auf dem Tisch Ruhe und nicht Aktivität herrschen sollte, denn der Hund soll ja warten. Eine bestimmt Position auf dem Tisch (Sitz, Platz oder Steh) ist nicht mehr vorgeschrieben. Der Tisch sollte dem Hund so angenehm wie möglich gemacht werden, ggf. setzen Sie sich einfach beim Warten, während andere Teams laufen, mit Ihrem Hund auf den Tisch und streicheln ihn. Sollte ein Hund Schwierigkeiten beim Aufsprung auf den Tisch haben, kann der niedrige Small - Tisch als "Aufstiegshilfe" daneben gestellt werden. Wir achten von Anfang an darauf, ein Hörzeichen (keine Armbewegung!) als Erlaubnis zum Absprung einzusetzen. Wenn der Hund sich auf dem Tisch wohl fühlt, beginnen Sie, sich ein wenig vom Tisch zu entfernen. Hierbei sollte der Hund nicht verleitet werden, herunter zu springen. Lieber nur eine kurze Distanz aufbauen, als das Risiko zu laufen, dass der Hund vor dem Kommando zum Absprung herunter springt. Im weiteren Aufbau kann man bereits an seinen weiteren Weg im Parcours denken - also z.B. von einer Seite aufspringen und sich gleich so positionieren, dass der Hund zur anderen Seite wieder abspringen soll. 

Der Slalom:
Die Stangen werden aufrecht, aber in größerem Abstand zueinender parallel gesetzt. Der Hund lernt zunächst, eine Gerade durch die Gasse hindurch zu laufen. Auch hier wird von Anfang an auf das beidseitige Führen geachtet. Schrittweise werden die Stangen dann immer näher aneinander gerückt, bis sie schließlich einen "normalen" Slalom bilden. Die Übung mit der Gasse kann bereits mit sehr jungen Hunden begonnen werden, Vorsicht aber beim Zusammenrücken der Stangen, eine Wirbelsäulenbiegung wie beim "normalen" Slalom erforderlich sollte dem Hund nicht vor dem Alter von einem Jahr, bei großen Rassen eher noch später, abverlangt werden.

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