Was ist Epigenetik

Man sagt ein wenig Hund steckt in jedem Husky!

Auch wenn sich aus den Grundsätzen der Epigenetik tatsächlich sehr sinnvolle Hinweise auf die Entwicklung und das Potenzial von Hunden ableiten lassen, ist diese Wissenschaft noch lange nicht die Begründung für alles. So sollten sich auch Hundezüchter und Hundehalter nicht allzu sehr auf die Epigenetik als Hauptverantwortlichen stützen. Viel zu leicht würde es einem Hundezüchter hierdurch fallen, die Schwächen einer seiner Linien auf rein epigenetische Gründe zu schieben. Viel zu oft nämlich entfernen sich Hunde einer bestimmten Rasse oder einer Gattung von ihrem ursprünglichen Wesen, weil sich Züchter nur unzureichend mit den tatsächlichen Anforderungen an diese Rasse auseinandergesetzt haben. Im schlimmsten Fall also entsteht über den Zeitraum mehrerer Würfe eine immer verwaschenere Charakteristik, die im weiteren Verlauf für unglückliche Hundehalter sorgt. Die Zuchtauswahl spielt also ein bedeutende Rolle und sollte nicht von der Epigenetik verdrängt werden. Grund hierfür ist vor allem, dass auch die Epigenetik durchaus an ihre Grenzen stößt. Schauen wir uns zum Beispiel Arbeitshunderassen an, so werden wir feststellen, dass es hier Schläge gibt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein Grund hierfür sind die unterschiedlichen Züchter. Züchter von Arbeitshunderassen, die keinen Bezug zur jeweiligen Verwendung haben, züchten nach anderen Maßstäben, da ihnen die erforderlichen Maßstäbe zur Zuchtauswahl verschlossen sind. Veränderungen am optischen Rassebild und dem Typ sind unvermeidbar und gerade die Typveränderungen sind es, die uns am ehesten auffallen. Ist dann unsere Arbeitshunderasse immer mehr vom ursprünglichen Wesen der Hunderasse entfremdet und auch das Erforderliche verloren gegangen, werden auch die Erkenntnisse aus der Epigenetik nicht ausreichen um wieder gerade zu biegen was sich falsch entwickelt hat. Was einmal verloren ist, lässt sich nicht auf den Rücken der Epigenetik wieder herbeiführen. Sehr wahrscheinlich lassen sich Entwicklungen mildern oder abpuffern, dennoch wird das Besinnen auf die Wurzeln unerlässlich sein, um Fehltritte nachhaltig entgegen zu wirken. Mitunter wird auch das Einkreuzen ursprünglicher Rassen erforderlich sein, wenn der geeignete Genpool zu gering oder auf Grund weiterer restriktiven Zuchtordnungen immer enger wird. Es ist noch nicht lange in der klassischen Genetik bekannt, dass Gene interaktiv von einem zum anderen Chromosom pendeln. Vor zehn Jahren wurde der Aufbau der menschlichen DNA (Doppelhelix) entschlüsselt und nun untersuchen Wissenschaftler ihre Funktion. . Die Epigenetik geht bei einer genetischen Disposition für eine bestimmte Erkrankung davon aus, dass die Krankheit bei einem entsprechenden Lebensstil des Betroffenen nicht unbedingt ausbrechen muss. Denn es wurden Veränderungen im Erbgut gefunden, die in der Lage sind, Gene stumm zu schalten. Diese biochemischen Gen-Anhängsel sind in der Lage, Gene zu steuern, um sie entweder an- oder abzustellen. Ebenso fanden die Forscher heraus, dass durch traumatische Erlebnisse, Vergiftungen, Belastungen, Hormoneinflüsse und durch das Klima Gene sich nachhaltig verändern können, so dass Krankheiten in Erscheinung treten. Auf diesem Wege entstehen entweder aktivierte Defektgene oder aber Suppressor-Gene werden außer Kraft gesetzt. Das Erstaunliche daran ist, dass diese veränderten Gene sogar an die Nachkommen der Erkrankten vererbt werden. Darüber hinaus fanden die Forscher heraus, dass traumatische Erlebnisse, die vor oder nach der Geburt stattfanden, das Erbgut ebenso verändern können. Dieses Wissen ist neu und zugleich der Beweis dafür, dass Emotionen eine weitaus größere Bedeutung auf das Erbgut von Lebewesen ausüben als man bisher angenommen hat. Die Epigenetiker erlangten alle diese Erkenntnisse durch Versuche mit Labormäusen, die bei einer veränderten Fütterung nicht nur ihr Aussehen veränderten (Farbe und Gewicht), sondern ebenso die biochemische Struktur ihrer Gene, die an ihre Nachkommen weitergegeben wurde. Diese durch Traumata entstandene Genveränderung konnte bei Menschen (USA, 11. Sept.) ebenso gefunden werden. Die Modifikation (Stumm- und Aktivschaltung) von Genen geschieht durch spezielle biochemische "Anhängsel". An den Genen haben sich biochemische "Anhängsel" gebildet, die je nach Aufbau Histonmodifikation, Methylierung (in Form von Wasserstoffketten) oder Micro-RNA genannt werden. Mit diesem Nachweis hat sich altbekanntes Wissen (Lamarck) bestätigt, dass die Umwelt einen unmittelbaren Einfluss auf Lebewesen ausübt, wobei diese Änderungen zum Fortbestand einer Art beitragen. Krankheit wird demnach nicht mehr als "Fauxpas der Natur" angesehen, sondern sie gilt als eine Anpassungsmaßnahme zur Selektion einer Spezies. Die Evolution braucht dazu Jahrtausende - doch Zellen können das in Sekundenschnelle: Die Langerhans`schen Zellen sind bspw. in der Lage, blitzschnell auf einen erhöhten Glukosespiegel im Körper zu reagieren, indem Insulin (als Gegenspieler zum Glukagon) vermehrt ausgeschüttet wird. Ebenso wird die Zellalterung durch epigenetische Vorgänge an den Enden der Gene (in den Telomeren) gesteuert. Vergleicht man die Genetik mit einem Computer, würden die Chromosomen und Gene zur Hardware gehören und die Epigenetik mit ihren biochemischen "Gen-Anhängseln" wäre die Software für die Programmierung der Gene. Die Epigenetik ist letztlich ein durchaus wichtiger Faktor bei der Entwicklung einer Hunderasse, darf jedoch keinesfalls als „Allheilmittel“ oder „Bösewicht“ verstanden werden. Die Veranlagung eines Hundes, der Umgang seines Halters mit ihm und seine psychischen Erfahrungen während seiner Lebenszeit ergeben letzten Endes genau den Mix, der später auch seine Welpen beeinflussen kann. * Zurück zur Epigenetik *
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